
Das zweite Dilemma
Ich bin ein strukturverliebter IT-Nerd.
Ich baue Dinge lieber, als sie mit Content zu füllen.
Ich liebe es, Websites zu programmieren, Systeme aufzusetzen und soziale Medien per Plugin und App anzubinden. Ich kann Stunden damit verbringen, WordPress so zu konfigurieren, dass jeder Beitrag automatisch auf allen Plattformen erscheint – sauber, logisch, reproduzierbar.
Um das Ganze auch tatsächlich zu nutzen, habe ich ein Jahr lang versucht, jeden Tag etwas zu posten.
Nach 246 Tagen Sonnenaufgängen und Katzenbildern habe ich diesen Selbstversuch beendet.
Die meisten Kommentare kamen ohnehin von Bots oder von den Mädels, die alle vier Tage einen neuen Instagram-Account brauchen. Inhaltlich brachte das alles exakt nichts – technisch hingegen lief es hervorragend.
Dazu kommt:
Ich bin Perfektionist und Kontrollfreak.
Es muss alles einwandfrei funktionieren, die Abläufe müssen nachvollziehbar sein und ich muss jederzeit den Überblick über die Zusammenhänge behalten. Und genau deshalb ist es für mich oft deutlich befriedigender, Updates zu installieren und Backups zu erstellen, als Content zu produzieren.
Kurz gesagt:
Ich habe lieber eine perfekt funktionierende Infrastruktur ohne Inhalte
als Inhalte auf einer schlecht konfigurierten Website.