
Warum es Beschleunigungsstreifen heißt
Zum Auffahren auf Schnellstraßen oder Autobahnen nutzt man einen sogenannten Beschleunigungsstreifen.
Und hier ist der Name tatsächlich Programm.
Da steht Beschleunigung. Nicht Abwarten. Nicht Überlegen. Nicht Mut sammeln.
Beschleunigen bedeutet, das eigene Tempo dem fließenden Verkehr anzupassen, um sich einzuordnen. Im Idealfall blinkt man dabei auch noch, um diese gewagte Absicht zu kommunizieren.
Die Vorfahrt ist übrigens eindeutig geregelt:
Wer auffährt, hat keine.
Auch dann nicht, wenn er tapfer auf dem Standstreifen weiterrollt. Selbstverständlich hilft Rücksichtnahme der Vorfahrtsberechtigten.
Das bedeutet aber nicht, dass man auf der Autobahn stehen bleibt, um jemanden reinzulassen. Das erzeugt meist erst die Probleme, die man eigentlich vermeiden wollte.
Besonders spannend wird es, wenn sogenannte Experten auffahren, obwohl bereits jemand auf dem Beschleunigungsstreifen wartet. Frei nach dem Motto: Wenn ich hier reinpasse, passt noch einer.
Auf der Autobahn angekommen, berechtigt einen das Beschleunigen übrigens nicht dazu, direkt über die mittlere Spur bis ganz nach links durchzuziehen.
Auch nicht, wenn man dabei ausnahmsweise blinkt.
Und natürlich ist Beschleunigung relativ.
Opa im 40 Jahre alten Transit-Camper kann durchaus das ehrliche Gefühl haben, gerade ordentlich Gas zu geben um ganz nach links zu ziehen.
Dem Biker auf der R1-Feststoffrakete mit Sattel hilft dieses Gefühl allerdings nur bedingt.