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Warum Social Media?

Keine Sorge.
Ich werde hier weder den Sinn noch die Notwendigkeit von Social Media diskutieren. Das wäre ungefähr so sinnvoll, wie die Existenz einer Kaffeemaschine infrage zu stellen, weil man Kaffee ja auch von Hand aufgießen kann.

Die eigentliche Frage lautet vielmehr:
Was habe ich dort zu suchen?

Wenn ich diese Zeilen schreibe, steht auf meiner Website sinngemäß Folgendes:

Im Grunde ist das eine von jenen Webseiten, die niemand braucht.
Ich bin kein Promi, kein Künstler und verfüge auch über keine sonstigen nennenswerten Begabungen.

Und trotzdem:
Im Zeitalter von Social Media fühlt sich jeder Hamster berufen, das Internet mit Content zu füllen. Warum sollte ausgerechnet ich mich davon ausnehmen?

Tatsächlich bin ich dabei auch nicht besser als der Rest der Welt.
Mangels besonderer Fähigkeiten sind meine Inhalte keine Innovation. Ich werde mich erklären, philosophieren, darüber schreiben, wie sinnfrei das Internet ist, mich über politische Entwicklungen auslassen und altersgerecht über die Gesellschaft meckern.

Kurz gesagt:
Ich produziere genau das, worüber ich mich gleichzeitig aufrege.

In Wirklichkeit ist das hier vor allem mein Spielplatz als IT-Nerd.
Ganz nach dem Motto: Warum machen wir das? – Weil es geht.

Das Ganze hat etwas von: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Ich möchte auch in den sozialen Medien sein, Reichweite haben, Klicks, vielleicht sogar Follower – dabei aber bitte nicht auffallen, möglichst unsichtbar bleiben und bloß keine Rolle spielen.

Das ist kein Dilemma.
Das sind mehrere Dilemmata. (Ja, das ist der Plural.)

Und vermutlich ist genau das bereits die ehrlichste Antwort auf die Frage:
Warum Social Media?

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